Brasil-Europa         Akademie ABE            ISMPS             Editor             Impressum

Prof. Dr. A. A.

BISPO

ANAIS 

ESTUDOS CULTURAIS & MUSICOLOGIA

BRASIL-EUROPA

F. Curt Lange (1903-1997)
in Musik- und Kulturwissenschaft


KOOPERATIONEN UND STUDIEN



A.A.Bispo, F. Curt Lange, H. Hülskath bei Besprechungen in Köln 1983

Francisco Curt Lange spielte eine besondere Rolle in der Musik- und Kulturwissenschaft Brasiliens und den Beziehungen zwischen Europa und Lateinamerika. Es war eng mit den Entwicklungen verbunden, die in den 1960er Jahren in São Paulo anlässlich des 20. Jahrestages der Veröffentlichung des Brasilien gewidmeten Boletim Latino Americano de Música in São Paulo begannen. Seine Forschungen und Veröffentlichungen, seine Stellung in den Kultur- und Musikstudien und sein Bild und seine Wertschätzung in Brasilien wurden im Rahmen des Studiengangs zur Musikgeschichte Brasiliens in der Abteilung für Geschichte der Philosophischen Fakultät der Universität von São Paulo betrachtet. In Kolloquien mit Eladio Péres Gonzáles im Rahmen von Veranstaltungen zur Musik Amerikas wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, Konzepte und Forschungen im Zeichen des Amerikanismus und Interamerikanismus zu aktualisieren.


Die Überlegungen und Initiativen wurden in Zusammenarbeit mit dem Orquestra de Câmara de São Paulo unter der Leitung von Olivier Toni durchgeführt. Dieses Ensemble widmete sich der Verbreitung der von Curt Lange aufgefundenen und publizierten Werke der Kolonialzeit von Minas Gerais in Konzerten in Brasilien und Europa. Bei Studien der Kunstgeschichte und Ästhetik an der Fakultät für Architektur und Städtebau der Universität São Paulo wurde die Notwendigkeit einer Revision von Sichtweisen und Interpretationen des Barocks diskutiert. Fragen der Periodisierungen in der Historiographie sowie der Einordnung von Architektur, Kunst, Literatur und Musik in globalen Kontexten wurden erörtert. Diese Debatte führte zur Veranstaltung des Barockfestivals der Nova Difusão-Bewegung mit dem Orquestra de Câmara de São Paulo durch das Kultursekretariat von São Paulo. Dieses Festival und die es begleitenden Studien stellten einen Meilenstein dar in der Entwicklung der Studien, die in den folgenden Jahrzehnten fortgesetzt wurden. 1970 wurden in Minas Gerais Institutionen und Archive besucht und fand das erste Kolloquium im Museu da Música von Mariana statt, das sich damals in seinen Anfängen befand. Im Rahmen der Einführung der Ethnomusikologie und der Gründung des Historisch-Musikalischen Forschungszentrums am Musikinstitut São Paulo 1972/73 wurde Curt Lange in Puntal del Este aufgesucht.


Ab 1975 intensivierte sich die Beschäftigung mit den Forschungen und der Persönlichkeit von Francisco Curt Lange Im Rahmen des brasilianischen Projekts zur Entwicklung einer an kulturellen Prozessen orientierten Musikwissenschaft und musikwissenschaftlich orientierten Kulturwissenschaft. Zusammenarbeiten ergab sich aus der Teilnahme von Curt Lang am Projekt Musikkulturen Lateinamerikas im 19. Jahrhundert,  das im Fachbereich Musikethnologie des Institut für Musikwissenschaft der Kölner Universität von Robert Günther geleitet wurde. Die Behandlung der auf Brasilien bezogenen Kapitel bestimmte die Überlegungen. Die Erhebung des Bücherbestandes und der Dokumente zu Curt Lange am Ibero-Amerikanischen Institut Berlin 1975/76 legte die Grundlagen zu weiteren Studien. Sie ließ Fragen aufkommen nach den Beziehungen zu politischen und kulturpolitischen Strömungen der 1930er und -40er Jahre, insbesondere nach möglichen Zusammenhängen zwischen dem Iberoamerikanismus in Deutschland und dem Amerikanismus in Lateinamerika.


Die Zusammenarbeit mit Curt Lange im Rahmen des brasilianischen Projekts zur Entwicklung einer kulturwissenschaftlich orientierten Musikforschung wurde während seiner Aufenthalte in Köln intensiviert. Im Mittelpunkt stand das 1981 bei einem internationalen Treffen im Musikmuseum von Mariana (Minas Gerais) angestoßene Projekt der Veröffentlichung einer Monumenta mit historischen Quellen aus der brasilianischen Vergangenheit. Die Manuskripte sollten in Kopien am Päpstlichen Institut für Kirchenmusik in Rom archiviert werden. Curt Lange stellt dafür Kopien der Partituren seiner Notensammlung zur Verfügung. Bei diesen Treffen wurden die Wege zur Rückgabe dieser Dokumente nach Brasilien besprochen und vorbereitet.


Im Jahr 1983 nahm Curt Lange am Musikforum Deutschland/USA zum 300. Jahrestag der deutschen Auswanderung nach Nordamerika in Leichlingen teil. Anlässlich seines 80. Geburtstages fand eine Feierstunde statt. Bei den Debatten wurde die Notwendigkeit einer Erneuerung der interamerikanischen Studien durch die Berücksichtigung der Interaktionen zwischen internen Prozessen des Kontinents und den transozeanischen, transatlantischen und transpazifischen Prozessen hervorgehoben. Anschließend fanden Kolloquien in verschiedenen Institutionen in Deutschland und Belgien statt, u.a. in der Deutsch-Brasilianischen Gesellschaft und in der Abteilung für Ethnomusikologie des Instituts für Hymnologische und Ethnomusikologische Studien in Maria Laach. Eine seiner Studien  zur Cäcilienbruderschaft Lissabons wurde im Jahrbuch dieses Instituts veröffentlicht. Curt Langes Stellung in den Iberoamerika-Studien und in der Musikwissenschaft mit der Frage nach seiner Beziehung zu politisch-kulturellen Strömungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in der Vorlesungsreihe „Musik in der Begegnung der Kulturen“ behandelt, die zwischen 1997 und 2001 am Musikwissenschaftliches Institut der Universität zu Köln durchgeführt wurde. Curt Lange und seine Forschungen wurden bei wissenschaftlichen Veranstaltungen am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Bonn diskutiert, einer Einrichtung, in der er selbst studiert hatte.


Momente

- 20 Jahre des Brasilien gewidmeten Boletim Latinoamericano de Música. São Paulo 1966

- Geschichte der brasilianischen Musik. Vorlesungen von O. Nogueira de Mattos. Abt. für Geschichte FFLC/USP 1969

- Kirchenarchitektur und Barockkunst. Kunstgeschichte und Ästhetik. FAU/USP 1969

- Musik Amerikas. Aktualisierung der Interamerikanischen Studien 1969

- Untersuchungen und Kolloquien in Minas Gerais. S. João del Rei, Ouro Preto, Sabará und im Musikmuseum in Mariana 1970

- Barockfestival der Nova Difusao-Bewegung. Orquestra de Câmara de São Paulo. Kultursekretariat von São Paulo 1970

- Zentrum für musikhistorische Forschungen und Ethnomusikologie. Musikinstitut von São Paulo 1973. Reise nach Uruguay

– Bibliographie und Dokumentation über Curt Lange am Ibero-Amerikanischen Institut in Berlin 1975

- Curt Lange beim Projekt Musikkulturen Lateinamerikas im 19. Jh., Institut für Musikwissenschaft der Univ. Köln 1975

- Aufenthalt von Curt Lange in Köln. Kolloquien des brasilianischen musikwissenschaftlichen und kulturwissenschaftlichen Projekts 1979

- Gründung der Brasilianischen Gesellschaft für Musikwissenschaft. Feierstude mit Curt Lange. Sala Paulista im Othon Palace Hotel 1981

- Internationales Projekt Monumenta Musicae Brasiliae. Museum der Musik von Mariana 1981

- Aufenthalt von Curt Lange in Köln. Kolloquien. Besprechung der Wege zur Rückgabe seiner Dokumente nach Brasilien 1983

- Feier zum 80. Geburtstag von Curt Lange beim Musikforum Leichlingen 1983

- Debatte: Interaktionen interamerikanischer und transatlantischer Prozesse 1983

- Tagungen am Institut für Hymnologische und Ethnomusikologische Studien Maria Laach 1983

- Curt Lange in der Vorlesungsreihe Musik in der Begegnung der Kulturen. Institut für Musikwissenschaft der Univ. von Köln 1997-2000

- Curt Lange als Thema beim Seminar Brasilien in der Musikforschung. Institut für Musikwissenschaft der Univ. von Colonia 2001

- Studienzyklen in lateinamerikanischen und karibischen Ländern der Akademie Brasil-Europe/ISMPS ab 2009


Aspekte

Aus der Musikgeschichte der Kolonialzeit. Köln 1976

Interamerikanisches Institut für Musikwissenschaft und das brasilianische musik- und kulturwissenschaftliche Projekt in Deutschland

Leitfaden zur Curt-Lange-Sammlung

Identität in der Kultur- und Musikgeschichte: Uruguay. 75 Jahre musikalischer Amerikanismus

Debatte über Sichtweisen der kulturellen Morphologie von Arnold J. Toynbee (1889-1975)

Das Iberoamerikanische Institut Berlin und die Studien zu Beziehungen Europa/Brasilien

Curt Lange bei Initiativen der Europäischen Kommissionen in Brüssel

Curt Lange und musikwissenschaftliches Studium an der Universität Bonn

Ordnungen von Geschichte und Paradoxien

Die Kasseler Musiktage zu Aspekte des 19. Jahrhunderts in der Musikforschung

Inflationäre Prozesse im Gebrauch des Begriffs Musikwissenschaft in Brasilien nach Curt Lange

Curt Lange am Institut für Hymnologische und Ethnomusikologische Studien

Curt Lange und die Kultur- und Musikstudien von Minas Gerais

Curt Lange und Robert Stevenson. Universität von Kalifornien, Los Angeles (UCLA) 

Curt Lange und die Studien von L.M. Gottschalk

Probleme in der Musikgeschichte Brasiliens (1970)

Curt Lange und Cleofe Person de Mattos

Atlantik-Pazifik-Beziehungen in euro-brasilianischen Kulturstudien

Musikalische Amerikanismus-Bewegung

Geistliche Musik aus der Kaiserzeit Brasiliens

Iberische und lateinische Studien. Kolloquium der Akademie Brasil—Europa

Bibliographie und Dokumente von Curt Lange am Iberoamerikanischen Institut in Berlin

Martin Braunwieser und Curt Lange

Studium an Institutionen Montevideos

Wagner/Brasilien- und Curt-Lange-Studien

Curt Lange bei der Deutsch-Brasilianischen Woche an der Musikschule Leichlingen

Gottschalks Fantasie über die Nationalhymne 

Musikforschung und Musikpädagogik

Pianisten-Komponisten in den Studien von Curt Lange

Vincenzo Cernicchiaro in der Sicht von Curt Lange

Bruno Kiefer und Curt Lange

Kosakenbarock und Minas Gerais-Barock